Für viele Menschen ist diese Lektion ein echter Augenöffner und ein tiefer Einblick in die kontralateralen (diagonalen) Bewegungen unseres Rumpfes beim Gehen. Lassen wir wirklich jede Schulter bei jedem Schritt mitschwingen? Dreht sich der Brustkorb um seine Achse oder halten wir ihn irgendwie fest? Und wie hängt das alles mit der Bewegung der Hüften und des Beckens zusammen? In der Rückenlage lernen wir, das Becken und den Brustkorb in kontralateralen Bewegungen zu organisieren. Die Betonung liegt darauf, die Mitte zu spüren, die sich in verschiedene Richtungen bewegt, so wie man ein Tuch auswringt.
FeldenkraisstundenKontralaterale Bewegungen für einen schwungvolleren Gang
FeldenkraisstundenFroschbewegungen
(AY117, Frog movements)
Diese Lektion in Rückenlage nutzt Froschbewegungen, um die Hüften zu öffnen, den Nacken zu befreien und den Rücken und Nacken zu entspannen. In der Rückenlage erforschen wir die Außenrotation der Beine und lockern nach und nach die Muskulatur im Beckeninneren. Eine paradoxale Idee eigentlich, die Hüfte so frei zu machen, dass sich der unteren Rücken nicht so sehr beteiligt bzw. dass er nicht mehr von die Beinbewegungen “gestört” wird. Denn je freier jeder Körperteil ist, desto weniger muss jeder einzelnen Teil machen, denn die Arbeit wird dadurch über den ganzen Körper verteilt.
FeldenkraisstundenDie Beine “überkreuzt” (Knie in der Kniekehle)
Auf einer Wange liegend, mit einem Knie zur Seite gebeugt, erkunden wir die Möglichkeit, das andere Knie in die Kniekehle des gebeugten Beins zu schieben. Was passiert dann mit Kopf und Hals, wenn wir das Becken im Kreis bewegen? Mit ziemlich gedrehter Wirbelsäule (wegen der Position der Beine) stellen wir die Arme wie eine Eidechse auf und rollen den Kopf, indem wir den ganzen Oberkörper von einer Seite zur anderen bewegen und dabei die Schulterblätter loslassen. Wenn wir uns auf Unterarme und Ellbogen stützen, können wir dann noch die Beine zu einer Seite “kreuzen” und vielleicht einige abenteuerliche Kreisbewegungen mit Becken und Brust ausführen?
FeldenkraisstundenAuf den Ellenbogen und Knien das Becken versetzen
Auf den Ellenbogen/Unterarmen und Knien suchen wir nach Stabilität und Leichtigkeit, indem wir das Gewicht des Beckens langsam von einem Knie auf das andere verlagern. Und dann den Oberkörper von einem Ellbogen zum anderen. Wo genau befindet sich die tragende Säule? Indem wir ein Bein hinter dem anderen überkreuzen, schaffen wir eine Situation der Instabilität und erforschen, wie die Wirbelsäule sich biegt, um dies auszugleichen. Nachdem wir das Gleiche mit den Armen gemacht haben, sind auch der Schultergürtel und der Brustkorb geschmeidig.
Feldenkrais Drehstunden in der Seitlage FeldenkraisstundenEin Scharnier irgendwo im Rücken
Mit einem Bein aufgestellt und einem Bein gebeugt zur Seite liegend, drehen wir unseren Oberkörper in die entgegengesetzte Richtung zum Becken. Mit der Hand auf der Stirn und dem Ellbogen in einer Linie mit dem stehenden Knie bewegen wir das Bein und den Arm in entgegengesetzte Richtungen und entdecken irgendwo in der Wirbelsäule eine Stelle, an der sich zwei Wirbel wie ein Scharnier gegeneinander drehen. Dann verlängern wir die Hebel, indem wir das Bein und den Arm zur Decke heben und in entgegengesetzte Richtungen bewegen – ein Balanceakt, der Flexibilität in Rücken und Rippen erfordert und fördert.
FeldenkraisstundenBeine so frei wie ein Baby
In dieser introspektiven Lektion stellen wir die Verbindung zwischen dem Becken und dem Kopf her, indem wir das Gewicht des Rückens langsam von links nach rechts verlagern. In der Rückenlage mit stehenden Beinen lassen wir die Knie langsam treiben, wie Gras im Wind, und lauschen auf die Reaktionen weiter oben in der Wirbelsäule. Durch eine Reihe von langsamen Beinbewegungen, die die Einwärtsdrehung des Hüftgelenks mit einbeziehen, pflanzen wir für das Nervensystem den Samen, dass sich der Kopf tatsächlich unwillkürlich bewegen könnte, sobald sich das Becken bewegt. Am Ende der Lektion bewegen wir die Beine in verschiedene Richtungen und strampeln so wie ein Baby.
Feldenkraisstunden Feldenkraisstunden mit VideoSanftes Drehen in der Bauchlage
Bewusstes Bewegen in der Bauchlage kann zu einzigartigen Vorteilen für Wirbelsäule, Brust, Schultern und Nacken sowie zu Verbesserungen bei Haltung und Atmung führen. In dieser Lektion erzeugen wir das Gefühl, mit dem Boden zu verschmelzen, indem wir mit den Beinen und Ellbogen das Gewicht auf der Vorderseite des Brustkorbs langsam von einer Seite zur anderen verlagern. Kann der Nacken in Richtung Boden sinken? Wie wäre es, den Atem zu nutzen, um die Rippen, den Unterbauch und die Schulterblätter zu lockern? Da fast die Hälfte der Lektion auf dem Rücken stattfindet, ist sie zugänglicher als andere Lektionen in der Bauchlage.
FeldenkraisstundenDas Fuß-Dreieck
Wie rollt man mit dem Fuß ab? An der Außenseite, durch die Mitte oder an der Innenseite der Sohlen entlang? In dieser Lektion in Rückenlage werden drei Punkte auf der Fußsohle identifiziert: die Ferse, das Großzehengrundgelenk und das vierte Zehengrundgelenk. Indem wir den Fuß langsam zwischen diesen Punkten hin- und herbewegen, entdecken wir die natürliche Beweglichkeit des Fußes. Indem man das Bewusstsein für die Füße schärft, kann man einen schnelleren und müheloseren Gang erreichen.
FeldenkraisstundenDie Beine mit der Po-Muskulatur drehen
In dieser Lektion wird untersucht, wie das Anspannen der Po-Muskeln die Rotation der Beine beeinflusst. Manche Menschen setzen diese Muskeln übermäßig ein, andere nicht genug. In verschiedenen Positionen spannen wir beide Po-Muskeln gleichzeitig oder nacheinander an – vielleicht erweist sich eine als kräftiger? Gegen Ende der Lektion gibt es einen entscheidenden Moment: Wie arbeiten die Po-Muskeln, wenn wir den Fuß vom Boden abrollen? Wenn man dazu neigt, auf der Außenseite oder der Innenseite der Sohle abzurollen, wird man eine neue Gewichtsverteilung erfahren, die mehr in Richtung der Mitte der Sohle geht.
FeldenkraisstundenRollerlektion: Eine Beckenseite nach hinten absenken
Wir heben das Becken an und legen die Rolle in Längsrichtung – also parallel zur Körpermittellinie – unter eine Beckenhälfte. Dadurch entsteht eine asymmetrische Haltung, die wir verstärken, indem wir die andere Hälfte des Beckens sanft nach hinten zum Boden hin absenken. Die Lektion aktiviert die diagonale Beziehung zwischen Schultern und Becken, befreit die Wirbel und stabilisiert die inneren Teile des Beckens: Kreuzbein, ISG und Hüftgelenke.


